Es ist zwar erst der 14. Oktober des Jahres 2018 und draußen herrschen sensationelle 27 Grad, da trifft man sich in der Orsbecker Turnhalle zur aktuellen Theateraufführung "Die wilden Weihnachtstriebe" von Beate Irmisch, einer Komödie in 3 Akten. Selbst unsere Regisseurin Melanie Thönnißen findet dies etwas befremdlich, zumal das Stück in den letzten bitterkalten, schneebedeckten Tagen vor Weihnachten spielt. Größer könnte der Kontrast kaum sein!
Nach einer kurzen Begrüßung des Publikums, dem Dank an den Ausschank, den an diesem Abend der Musikverein übernommen hat und an die Martinus-Schule, die die Turnhalle zur Verfügung gestellt hat, gibt sie ein paar erläuternde inhaltliche Angaben zum Stück.

Dabei lässt sie es sich nicht nehmen, dem Publikum kleine Beutel mit ihren selbst gebackenen Plätzchen zu schenken, die natürlich "mit guter Butter" gebacken wurden.

Bald ist Weihnachten und Mia Knascht stößt gerade mit ihrer Nachbarin Karin Helmi mit einem Gläschen Sekt auf das bevorstehende Fest an. Karin wäre wohl froh, wenn bald die Festivitäten vorbei sind, denn sie ist allein, denn sie hat im Frühjahr ihren Bert "in die Wüste geschickt"!
Mia allerdings beneidet Karin, denn sie kann kommen und gehen, wie es ihr passt. Sie hat einen tollen Job, verdient gutes Geld und muss niemandem Rechenschaft ablegen. "Ach, so manches Mal würde ich schon gerne mit dir tauschen wollen", meint sie. Zwischendurch knabbern die Beiden an den leckeren Plätzchen, die Mia für das Weihnachtsfest gebacken hat, natürlich mit guter Butter, nicht mit der billigen Margarine von Aldi. "Wenn das mein Erwin wüsste!", seufzt sie und geht zur Heizung, um sie herunterzudrehen, denn gleich kommt Erwin Knascht, ihr Mann, nach Hause. Er ist ein Geizhals, will immer und überall sparen!



Als die beiden Damen so gemütlich zusammen sitzen und vor allem Karin immer wieder nach der Plätzchendose mit den leckeren Vanillekipferln greift, kommt Klaus Mockel, Mias Vater im Kostüm des Nikolaus herein. Er hat einen Auftritt im Kindergarten, sucht aber seinen Sack! Er dichtet: "Hohoooo, draußen vom Walde komm ich her, ich will euch sagen, es weihnachtet sehr, oben in den Tannenspitzen hockte das Christkind und hatte einen sitzen!"
Das Telefon klingelt und Tante Kätchen, die Erbtante von Erwin, kündigt ihren Besuch für die Weihnachtstage an. Was das wieder zusätzlich kostet?
Erwin, Beamter durch und durch, spart an allen Ecken und Enden. Seine Lieblingslektüre sind die Werbeprospekte, um immer die günstigsten Sonderangebote zu ergattern. Da dringt Rosi, die Tochter von Erwin, mit ihrer Frage, ob ihr Freund Karl auch zum Weihnachtsessen kommen darf, erst gar nicht durch.

Da betritt Karl, der Förster, die Bühne, das heißt, er fällt mit einer Tanne auf die Bühne. Gerade liefert er Weihnachtsbäume aus und ist sehr sauer, weil ihm aus seiner Schonung schon etliche Bäume gestohlen wurden. Das ist doch heute wirklich nicht mehr nötig. Damals, nach dem Krieg, als man nichts hatte, da konnte man das noch verstehen, aber heute...
Das erklärt auch Klaus seinem Schwiegersohn so, nachdem der sich unheimlich über den überhöhten Preis von 20 € für die Tanne aufregt. Erwin und Karl reden sich so sehr in Rage, dass Karl verspricht, nach seiner Tour die Tanne wieder abzuholen.

Schließlich macht Mia sich auf dem Weg zum Weihnachtseinkauf. "Karpfen soll es geben, weil die Tante das so möchte! Viel zu teuer und das Gemüse, ... Was das alles wieder kostet!", stellt Erwin nach Durchsicht der Einkaufspropekte fest!!! Und den Opel bekommt sie auch nicht, denn draußen ist wegen des heftigen Schneefalls mit Salz gestreut. Das schadet dem Wagen.

Doch Mia weiß mit ihrem Mann umzugehen. Sie setzt sich durch und kommt mit dem Karpfen und den anderen Einkäufen nach Hause. Anschließend verabreden sich Mia, die Tochter Rosi und die Nachbarin Katrin auf einen Kaffee ins Schnapsstübchen.

Dort soll übrigens Klaus am Abend bei der üblichen Weihnachtsfeier auch noch auftreten.

Währenddessen macht Erwin sich, bewaffnet mit Taschenlampe und Fuchsschwanz, auf in den Wald.

Die Feier im Schnapsstübchen war wohl sehr intensiv, denn Klaus kommt spät im Dunkeln und angeheitert nach Hause. Er will sich noch der "Nachtlektüre" widmen, schläft darüber aber ein.

Kaum eingeschlafen öffnet sich die Tür und herein kommt Tante Kätchen, total durchgefroren, denn sie war mit dem Bus gekommen, nicht mit der Bahn. Deshalb also wartete Mia am Bahnhof umsonst auf die Tante. Diese musste jetzt durch Schnee und Kälte laufen. Hoffentlich erkältet sie sich nicht!

Kurz nach ihr öffnet sich erneut die Tür und Erwin schleicht ins Haus. Die Beiden treffen aufeinander und erschrecken so sehr über den unerwartenden nächtlichen Besuch, dass Erwin flieht und Tante Käte vor Schreck auf den schlafenden Klaus fällt.

Doch wo kann Tante Käte schlafen? In keinem Fall will Klaus sein Zimmer räumen und wieder bei Erwin schlafen! Darüber gibt es den üblichen Streit.

Mitten in diese Diskussion platzt Karl herein, in der Hand eine Perücke. Er berichtet, dass er in der Nacht Bruno, das Wldschwein, in seiner Tannenschonung gesehen hat. Da ging es wohl hoch her, denn dort hat er auch die Perücke gefunden. Da hat wohl jemand wieder versucht, eine seiner Tannen zu stehlen. Natürlich weiß Mia sofort, wem diese Perücke gehört, nämlich ihrem Mann Erwin. Was für eine Blamage, wenn das jemand mitbekommt. Ihr Mann ist so geizig, dass er einen Weihnachtsbaum stiehlt. Doch das ist ihm nicht gut bekommen. Was sollen nur die Orsbecker denken!




Völlig ramponiert mit zerschlissener Hose, blutüberströmtem Gesicht, mit Glatze erscheint der Übeltäter.




Damit noch nicht genug, mischt sich Tante Käte überall ein und vermutet hinter allem Liebeshändel und Hintergehungen. Schnell bezichtigt sie die Nachbarin Karin, ein Verhältnis mit Erwin zu haben. Auch hinter die Beziehung von Rosi mit Karl kommt sie sofort und als es Rosi einmal schlecht geht, vermutet sie sofort eine Schwangerschaft.


Als Erwin erfährt, dass seine Tochter schwanger sein soll, sieht er Karl in einem anderen Licht. Der so sehr gehasste Förster könnte jetzt ja sein Schwiegersohn werden und nun ist er auch damit einverstanden, dass seine Tochter und Karl die Weihnachtstage zusammen verbringen, allerdings wollen sie zu Hause essen kommen. Natürlich bleibt auch der in der Zwischenzeit geschmückte Tannenbaum im Haus. Erwin bezahlt ihn nun recht großzügig mit 50 €, weil er die Mühen und die Arbeit nachvollziehen kann, die Karl mit dem Baum hatte.

Auch Klaus, der sich immer noch mit Tante Käte um ihren Schlafplatz streitet, lenkt schließlich ein und Tante Käte entschuldigt sich bei Karin wegen ihrer falschen Anschuldigungen.




Wie sollte es anders sein? Zum Schluss ist alles wieder gut. Alle vertragen sich, alle Missverständnisse können gelöst werden, so dass man jetzt Weihnachten feiern kann.

Leider gibt es aber keinen Karpfen, denn Tante Käte hatte aus Versehen Mentol ins Badewasser gekippt.




Ach so, beinahe hätte ich es vergessen!

Und Erwin bekam von Tante Käte zu Weihnachten eine neue Perücke!

"Der kann aber auch alles tragen!", meinte eine Zuschauerin hinter mir!





Sascha Lengersdorf als Vorsitzender des UKV und Kai Bennett als Geschäftsführer bedankten sich ganz herzlich bei allen Aktiven, aber auch bei den Damen hinter den Kulissen, die dazu beigetragen haben, dass diese Aufführung so erfolgreich klappte. Ein Dank ging auch an Herrn Hermes, der alles wieder für die Homepage aufbereiten würde. Der Musikverein hatte den Ausschank und die Bewirtung für den Abend übernommen. Auch dafür gab es ein herzliches Dankeschön! Letztlich dankte er auch dem Publikum für viel Applaus und "standing ovations". Ein besonderer Gruß ging noch an eine Abordnung der Baaler Bürger-Bühne.

Personen   Darsteller
Erwin Knascht geizig, rechthaberisch, besserwisserisch Bert Wientgen
Mia Knascht weiß mit ihrem Mann umzugehen Ruth Wientgen
Klaus Mockel Mias Vater, ein witziger alter Herr Thomas Steinbusch
Rosi Knascht Tochter, ist von Erwins Geiz genervt Eva Pöllen
Tante Kätchen Erbtante von Erwin Monika Matzerath
Karl Fister Förster, Freund von Rosi Michael Staschewski
Karin Helmi Freundin von Mia, Nachbarin der Knaschts Melanie Thönnißen
Regie: Melanie Thönnißen
Souffleuse: Judith Steinbusch
Bühne: Hans Stolingwa
Requisite: Gisela Gatzweiler
Maske/Hairstyling: Frisörsalon Haargenau, Inhaber Margot Reiners, Wassenberg
Bewirtung: UKV Orsbeck-Luchtenberg / Musikverein St. Martini Orsbeck Luchtenberg